Fanzine-Profil: PLOP

Genre:

Comics

Website:

https://de-de.f...

Zuerst erschienen:

1981

Zuletzt erschienen:

2016

Anzahl erschienener Ausgaben:

96

Letzte Auflage:

ca. 300

Beschreibung des Zines

„PLOP“ heißt kurz, knackig und sehr passend das älteste noch erscheinende deutsche Fanzine. Passend, weil es sich dabei um eine Zeitschrift handelt, in der es nur um eines geht: um Comics.

Seit 1981 bietet das „PLOP“ nun schon Comic-Zeichnern – Anfängern wie Halbprofis – eine Bühne, auf der sie ihre Arbeiten zeigen und andere Künstler kennenlernen können. Seit jeher erscheint das Heft im handlichen A5-Format und in Schwarz-Weiß, nur die Titelbilder waren hin und wieder farbig.

Über den langen, langen Zeitraum hinweg hat schon mehrmals die Redaktion gewechselt. Inhalt, Aufbau und Layout sind aber zumindest seit den 90ern, als ich dieses Heft zum ersten Mal in die Hände bekam, ohne große Veränderungen geblieben: nämlich sehr schlicht, sehr klar, sehr reduziert. Und das ist kein Ausdruck von Einfallslosigkeit und Langeweile, sondern eine ganz bewusste und gute Entscheidung: denn im „PLOP“ stehen die Comics im Mittelpunkt, nichts anderes. Und sie können das am besten in einer gestalterisch zurückhaltenden Umgebung.

Ein großes Verdienst von „PLOP“ ist, dass die Redaktion die noch wackeligen Werke von Anfängern und Amateuren nicht anders behandelt als Einsendungen von erfahrenen und versierten Zeichnern. Man findet beide gleichberechtigt und unkommentiert nebeneinander im Heft. Es gibt kaum etwas, was eine junge Zeichnerin oder meinetwegen einen nicht mehr ganz so jungen, nebenberuflich dilettierenden Autoren mit mehr Stolz erfüllt und stärker motiviert als das eigene Werk solchermaßen wertgeschätzt und präsentiert zu sehen.

Natürlich gehört dazu, dass man sich mit seinem Comic im „PLOP“ dann auch der Diskussion stellt. In der umfangreichen Leserbriefrubrik geht es nämlich vor allem darum, die in der letzten Ausgabe veröffentlichten Comics zu beurteilen. Das kann natürlich gerade für Anfänger im ersten Moment auch mal enttäuschend sein. Aber: soweit ich mich erinnere, drehten sich die Diskussionen immer ums Fachliche und waren auch bei negativer Kritik nicht verletzend. Für die Zeichner bietet das „PLOP“ also nicht nur eine reine Präsentationsplattform, sondern auch noch die wertvolle Möglichkeit, Einschätzungen von anderen Künstlern zu bekommen, Anregungen, Verbesserungsvorschläge, aber auch Bestärkung.

In diesem fruchtbaren Umfeld haben auch einige mittlerweile professionelle Comiczeichner ab und an Arbeiten publiziert und manche sogar ihre öffentliche Premiere erlebt.

Eine ganze Menge an Inhalten aus früheren Heften kann man übrigens auf der Website des Zeichners Andy Konky Kru finden.

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